Auf 1.080 Metern Höhe, inmitten der dunklen Tannen des südlichen Schwarzwalds, steht ein Gebäude mit einer für diese Gegend ungewöhnlichen Geschichte. Das Hotel Diana ist nicht einfach nur ein Hotel. Hinter seinen Mauern verbergen sich sieben Jahrzehnte des Wandels — vom Jagdhaus der Nachkriegszeit zum modernen Berghotel.
Bärental: Wo alles begann
Der Name „Bärental" — „Tal der Bären" — taucht erstmals 1691 in Dokumenten auf. Damals gab es hier weder Hotels noch Touristen — nur Holzfäller, die für die Fürsten von Fürstenberg Bäume fällten. Nach und nach siedelten sich die Saisonarbeiter im Tal des Seebachs an und nannten es ihre Heimat.
Um 1875 lebten in Bärental kaum anderthalb Hundert Menschen. Sie betrieben Küferei, Strohflechterei, und einige handelten mit Uhren — denn die nahen Klöster waren in ganz Europa für ihre Uhrmacherkunst berühmt.
Alles änderte sich 1926. Die Eröffnung der Dreiseenbahn verband Bärental mit der Außenwelt. Der Bahnhof Feldberg-Bärental auf 967 Metern Höhe wurde zum höchstgelegenen Bahnhof an einer Normalspurstrecke in Deutschland. Die Züge brachten Touristen mit, und das stille Waldtal begann sich rasant zu verändern.

Feldberg: Wiege des Skisports
Die Region Feldberg nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte des deutschen Sports und Tourismus ein. Die erste Erwähnung des Feldbergs stammt aus dem Jahr 983. Doch seinen wahren Ruhm verdankt er dem Skifahren.
Im Jahr 1891 wurde am Fuße des höchsten Schwarzwaldbergs (1.493 m) der Ski-Club Todtnau gegründet — der erste Skiclub Deutschlands. Der Feldberg wurde zur Wiege des alpinen Skisports in Mitteleuropa — der Ort, von dem aus der Wintersport seinen Siegeszug über den ganzen Kontinent antrat.
Im Jahr 1900 wurde hier eines der ersten Telefone außerhalb Berlins installiert. 1937 erhielt der Feldberg den Status eines Naturschutzgebiets — des ältesten und größten in Baden-Württemberg, das das einzigartige Bergökosystem bis heute schützt.

Nachkriegsjahre: Auferstehung aus Ruinen
Der Zweite Weltkrieg ging nicht spurlos am Feldberg vorüber. Die französische Besatzung rodete im Rahmen der Reparationen nahezu den gesamten Wald im benachbarten Altglashütten — eine Landschaft, die sich über Jahrhunderte geformt hatte, wurde in wenigen Jahren zerstört.
Doch der Schwarzwald erholte sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Bereits 1950 erreichte Baden 62 % des Vorkriegsniveaus an Übernachtungen. 1951 ging die erste Seilbahn am Seebuck in Betrieb, 1952 der erste Schlepplift an der Grafenmatte. Der Skisport erlebte einen echten Boom, und der Feldberg stand im Zentrum dieses Aufschwungs.

Wirtschaftswunder und Geburt des Hotel Diana
Die 1950er Jahre gingen als Ära des „Wirtschaftswunders" in die deutsche Geschichte ein. Steigende Löhne, kürzere Arbeitswochen, erster bezahlter Urlaub — all das verwandelte die Westdeutschen in eine Nation von Reisenden.
Die Zahlen beeindrucken: 1953 gab es im Schwarzwald 30.827 Hotelbetten, drei Jahre später bereits 38.061. Bis 1966 stieg die Zahl der Übernachtungen in Baden-Württemberg auf 31 Millionen — zweieinhalb Mal mehr als 1952.
Auf dieser Welle wurde 1955 am Panoramaweg in Bärental ein Gebäude errichtet, das zum Hotel Diana werden sollte. Doch ursprünglich war es kein Hotel — es war ein Jagdhaus.

Das Jagdhaus: Woher der Name „Diana" kommt

Die ersten Besitzer des Hauses am Panoramaweg waren Jäger. Das Gebäude gehörte einem Jägerverein. Die Jäger besaßen Zimmer in diesem Haus: Sie kamen zur Jagd in die Schwarzwälder Wälder, verbrachten hier die Nächte und fuhren bis zur nächsten Saison wieder ab.
Dieses Jagdhaus-Erbe gab dem Hotel seinen Namen. Diana — die römische Göttin der Jagd, Schutzpatronin der Wälder und wilden Tiere. Für ein Jagdhaus inmitten endloser Tannenwälder auf über tausend Metern Höhe war dieser Name perfekt.
Etwa zehn Jahre später, Mitte der 1960er, wurde ein zweiter Gebäudeteil angebaut — dort, wo sich heute das Schwimmbad befindet. Das Jagdhaus verwandelte sich allmählich in ein vollwertiges Hotel. Zunächst hieß es Sport-Hotel Diana — ganz im Geist der Zeit, als Skifahren und Aktivurlaub die Hauptattraktion für Touristen waren. Später wurde es in Hotel Diana Feldberg umbenannt.




Feldberg: Perle des Tourismus
Im gesamten Hochschwarzwald entstanden in diesen Jahren ein Hotel und Gästehaus nach dem anderen. Bärental, mit seinem Bahnhof, der Nähe zu den Skiliften und den herrlichen Berglandschaften, war der ideale Standort.
In den Jahren 1962–1963 wurde auf dem Feldberg eine katholische Kirche errichtet — die höchstgelegene Pfarrei Deutschlands. Die Region entwickelte sich, auch wenn ab Mitte der 1960er die Konkurrenz ausländischer Reiseziele — Spanien, Italien, Griechenland — deutsche Touristen von den heimischen Bergen abzulenken begann.
Doch der Feldberg hielt stand. Und bis heute ist die Gemeinde Feldberg Rekordhalter in ganz Baden-Württemberg bei der Tourismusintensität: über 250 Gästeübernachtungen pro Einwohner und Jahr. Es ist ein Ort, an den man immer wieder zurückkehrt.

Hotel Diana heute
Heute ist das Hotel Diana ein gemütliches Drei-Sterne-Hotel mit Hallenbad, Sauna, dem Restaurant „Bärentalstuben" und einer Terrasse mit Bergblick. Von hier aus starten Dutzende Wander- und Radwege, und bis zum berühmten Titisee sind es nur fünf Kilometer. Im Winter sind die nächsten Skilifte nur wenige Minuten entfernt.
Doch hinter dem modernen Komfort stehen sieben Jahrzehnte Geschichte. Von den Holzfällern des 17. Jahrhunderts, die dem Tal seinen Namen gaben, bis zu den Jägern, die das Haus am Panoramaweg errichteten. Hotel Diana ist Teil der lebendigen Geschichte des Feldbergs. Und diese Geschichte geht weiter.
